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Nixie-Projekt
von Neumann, Paul und Prechtl |
Projekt Sommersemester 2011: Gasgefüllte Kaltkathoden-Anzeigeröhren
Nixie-Anzeigeplatinen für ZM 1020, IN-8-2 und IN-12A
1. Einleitung
Unsere Aufgabe war der Anzeigeteil zahlreicher Schaltungen, wie z. B.
Uhren, Pulsmesser, Safeschloß etc.
Es wurden Anzeigeplatinen mit je zwei
Nixieröhren, des Typs ZM 1020, IN 8-2 und IN 12A, erstellt.
Diese wurden modular aufgebaut, so daß sie durch
Aneinanderreihen auch eine höhere Ziffernzahl darstellen können.
Dezimalpunkte können durch Glimmlampen zwischen den Nixieröhren
realisiert werden.
Für den Arduino Mikrocomputer kann ein
Beispieltreiberpaket zur Ansteuerung der Nixieröhren auf
http://www.ogilumen.com/pub/fileroom/001/drivermux.zip
kostenlos heruntergeladen werden.
2. Schnittstellen
Die Platinen besitzen drei Pinheader des Typs PINHD-1X2
(zweiköpfig) und zwei Pinheader des Typs PINHD-1X5 (fünfköpfig).
Sie benötigen eine Spannungsversorgung über +170 V/DC bzw. +5 V/DC.
Die einzelnen Ziffern der Nixieröhren werden über die
zwei Pinheader PINHD-1X5 an einem 8-Bit-Schieberegister (ST74HC595)
angesteuert. Dessen Ausgänge liefern zwei 4 Bit BCD Codes, die
über einen BCD zu Dezimal Anzeigetreiber(74141) führen und
die Nixie Röhre ansteuern.
Es handelt sich hierbei um ein 8-Bit-Serial-In/Parallel-Out gelatchtes Schieberegister mit
Speicherfunktion, Schiebefrequenz von bis zu 55 MHz.
Es existieren zwei getrennte, positiv
flankengesteuerte Clockeingänge für Schieberegister (SCK)
und Speicherregister (RCK).
Das Einlesen der Werte geschieht nun
über den seriellen Eingang (SER), der mit einem Mikrocomputer
verbunden wird, und per Schieberegister Clock (SCK) einlädt.
Über die Speicherregisterclock (RCK) werden die Werte auf den
Ausgang geschaltet. Funktionsweise Schieberegister siehe auch Bild.
Das serielle Ausgangssignal (QH*) kann bei Bedarf einer weiteren
Platine zugeführt werden.
Hierbei sollte die max. Frequenz, die
der Microcontroller zulässt, verwendet werden (Im Beispiel
Arduino: 16 MHz; Zeit zwischen zwei RCK Werten 10 ms, um Flimmern zu
vermeiden).

Zeitdiagramm Schieberegister:
über Serial In
(SI) gehen die Daten per Shift Clock (SCK) hinein
und werden per
Register Clock (RCK) auf die Ausgänge geschaltet
(beide bei
positiver Taktflanke)
Die Eingangspins von JP1 (PINHD-1X2):
PIN 1 = +170V/DC
PIN 2 = +170V/DC
Die Eingangspins von JP2 (PINHD-1X2):
PIN 1 = +170V/DC
PIN 2 = +170V/DC
Die Eingangspins von JP3
(Pinheader-1X5) auf das Schieberegister sind:
PIN 1 = SCK
PIN 2 = RCK
PIN 3 = SER
PIN 4 = VCC
PIN 5 = GND
Die Eingangspins von JP4
(Pinheader-1X5) auf das Schieberegister sind:
PIN 1 = SCK
PIN 2 = RCK
PIN 3 = QH*
PIN 4 = VCC
PIN 5 = GND
Die Dezimalpunkte können durch
Anlegen von GND auf JP5 realisiert werden:
PIN 1 = (GND)
PIN 2 = (GND)
Die Ausgänge des Schieberegisters
QA-QD steuern die erste Nixieröhre an:
| Ziffer | QA | QB | QC | QD |
| 0 | L | L | L | L |
| 1 | H | L | L | L |
| 2 | L | H | L | L |
| 3 | H | H | L | L |
| 4 | L | L | H | L |
| 5 | H | L | H | L |
| 6 | L | H | H | L |
| 7 | H | H | H | L |
| 8 | L | L | L | H |
| 9 | H | L | L | H |
Die Ausgänge des Schieberegisters
QE-QH steuern die zweite Nixieröhre an:
| Ziffer | QE | QF | QG | QH |
| 0 | L | L | L | L |
| 1 | H | L | L | L |
| 2 | L | H | L | L |
| 3 | H | H | L | L |
| 4 | L | L | H | L |
| 5 | H | L | H | L |
| 6 | L | H | H | L |
| 7 | H | H | H | L |
| 8 | L | L | L | H |
| 9 | H | L | L | H |
3. Schaltung
3.1 Schaltplan
In diesem Abschnitt werden der Schaltplan
und die Funktion der Anzeigeplatine näher beschrieben. Das Schaltbild der Nixie-Röhren
wurden aus zusätzlichen Eagle Bibliotheken entnommen (siehe Links auf der Projektseite).

Dem Datenblatt der Nixieröhren wurde entnommen, dass ein Strom von
2,5 mA für eine Röhre benötigt wird. Da wir einen Anodenwiderstand von
22 kOhm haben, muss die benötigt Leistung des Widerstandes berechnet
werden:
P = I2 * R = 2,52 * 22 000 = 137,5 mW
Ein Viertelwatt-Widerstand reicht also gerde nicht mehr, weshalb Widerstände mit einer
maximalen Leistung von 0,5W vorgesehen wurden. Die Nixie-Röhren werden über
die 22-kOhm-Anodenwiderstände mit der 170-V-Versorgungspannung verbunden. Die
Glimmlampen sind über einen 10-kOhm-Widerstand (0,5W) an
der hohen Spannung angeschlossen.
Der zweite Pin der Glimmlampe wird über
einen Steckverbinder zu einer zusätzlichen Transistor
Open-Collector Ansteuerung geführt.
Diese Schaltung ist nicht Teil der Anzeigeplatine da die
Glimmlampen nur bei Bedarf bestückt
werden.
Die Ansteuerung der Röhren erfolgt
über je ein TTL-IC 74141 welches direkt an den Röhrenkathoden
angeschlossen ist. Dies ist aufgrund
der speziellen Schaltung der 74141 direkt ohne
zusätzliche Widerstände
möglich. Angesteuert werden diese Nixietreiber über ein
8-Bit-Schieberegister. Es wird der Baustein
74HC595 verwendet. Das Register erhält die Daten über
den seriellen Eingang, welcher mit dem
Microcomputer über die Steckerpins verbunden wird.
Weiterhin wird der serielle Ausgang zu
einer Buchse geleitet um das Signal bei Bedarf
auf die nächste Platine zu
überführen wo es wieder als Eingssignal des
Schieberegisters dient. Um eine dauerhafte Anzeige zu
realisieren wurde hierfür ein Schieberegister mit einem parallelen
Latch verwendet. Jedes IC wird mit einem 100-nF-Kondensator
versorgungsmäßig abgeblockt.
3.2 Testprogramm
Die Pinbelegung des Arduino für die Ansteuerung der Nixie-Boards ist:
Pin 2 - Serial In // SER - Pinnummer
Pin 3 - Serial Clock // SCK - Pinnummer
Pin 4 - paralleles Latchen // RCK - Pinnummer
Zum Testen der gelöteten Board wird folgendes Programm eingesetzt:
// include the library
#include
#define dataPin 2 // SER - Pinnummer
#define clockPin 3 // SCK - Pinnummer
#define latchPin 4 // RCK - Pinnummer
#define numDigits 2 // Anzahl der Ziffern
#define longDelay 500 // Wartezeit vor der Aktualisierung
// Es wird ein Objekt der Klasse Nixie erzeugt werden, welches
// weiter verwendet wird
Nixie nixie(dataPin, clockPin, latchPin);
void setup()
{
nixie.clear(numDigits);
}
void loop()
{
int i = 0;
int j = 0;
int arrayNums[numDigits];
for(j=0; j < 10; j++)
{
for(i=0; i < 10; i++)
{
// Werte von 0-99
arrayNums[0] = i;
arrayNums[1] = j;
// Write out the array
nixie.writeArray( arrayNums, numDigits);
delay(longDelay);
}
}
}
4. Board
Im folgenden wird das Layout der
Platine näher erläuter. Die Größe des
Anzeigeboards für die drei
verschiedenen Nixie-Röhren:
ZM 1020, IN-12 und IN-8-2 sind gleich. Es wurde sich an der größten
Bauform orientiert, dies ist die ZM 1020. Dadurch
ergeben sich die Platinenmaße von 3,05 inch (77,47mm) x 3,35
inch (85,09mm). Auf jeder
Platine besteht die Möglichkeit, zwei Nixie-Röhren zu
bestücken. Der generelle Aufbau der Platine ist
zusammensteckbar. Dadurch wurden die Röhren so platziert,
dass sie immer den gleichen Abstand
zueinander besitzen. Bei der ZM 1020 beträgt der Abstand
0,40 inch (10,14mm). Bei der IN-12
beträgt dieser Abstand 0,90 inch (22,86mm) und bei der IN-8-2
0,95 inch (24,13mm) Die Glimmlampen
sind die Dezimalpunkte und sitzen links von den Röhren.
Für die Befestigung der Platine
sind 4 Bohrungen mit einem Durchmesser von 0,12 inch (3mm)
vorgesehen.
Generell sind auf der Platine zwei
Spannungen vorhanden. Zum einen ein "Hochspannungsteil",
der die Spannungsversorgung von +170 V für die Röhren und Glimmlampen ist. Dieser Teil
befindet sich im oberen Teil der
Platine, wo auch die Glimmlampen und die Röhren zu finden sind.
Im unteren Teil sind die
Digitalbausteine zu finden, welche eine Spannungsversorgung von +5 V benötigen. Für die
Hochspannung und den Digitalbereich sind je zwei Stecker auf der linken
und zwei Buchsen für die rechte Seite
vorhanden. Diese Kombination dient für das Zusammenstecken von
mehreren Anzeigeplatinen. Für die
Glimmlampen ist in der linken oberen Ecke ein zweipoliger
Stecker vorgesehen. Mit Hilfe dieser
Pins können die bei Bedarf bestückten Glimmlampen
angesteuert werden. Für die +170 V ist ein zweipoliger Stecker auf der linken Seite
und eine zweipolige Buchse rechts vorgesehen.
Für den Digitalbereich ist ein fünfpoliger Anschluß rechts und links vorgesehen.
Daher lassen sich mehrere Platinen aneinanderreihen (ca. 1 mm Abstand) und durch Lötbrücken
verbinden. Um die Robustheit des Digitalbereichs zu steigern, wurde eine
sogenannte Goundplane dort verwendet. Diese
wirkt wie ein Kondensator mit den Spannungsversorgung
zusammen. Der Generelle Aufbau
der Platine ist weitestgehend symmetrisch. Die beiden Nixie-Röhren
und deren Ansteuerung wurden aus
Gründen der Leiterbahnoptimierung senkrecht untereinander
angeordnet. Nur das Schieberegister
liegt zwischen den beiden Decodern.
Die Nixieröhren sind so angeordnet, dass die Treiber unten liegen. Durch die Höhe der Röhren
ist ein Geräuseeinbau problemlos möglich. Bei den Fassungen für die Röhren wurden bei den Prototypen
sowohl die Standard-Röhrenfassungen als auch einzelne Einlötpins verwendet.

ZM-1020-Board

IN-12-Board


IN-8-2-Board
5. Stücklisten
Im folgenden sind die Stücklisten
der einzelnen Anzeigeplatinen aufgelistet.
5.1 Stückliste IN8-2
| Partname | Value | Bauform |
| C1 | 100n | |
| C2 | 100n | |
| C3 | 100n | |
| GL1 | | |
| GL2 | | |
| IC1 | 74141N | DIL16 |
| IC2 | 74LS595N | DIL16 |
| IC3 | 74141N | DIL16 |
| JP1 | 1x2 | 2,54mm |
| JP2 | 1x2 | 2,54mm |
| JP3 | 1x5 | 2,54mm |
| JP4 | 1x5 | 2,54mm |
| JP5 | 1x5 | 2,54mm |
| N1 | IN8-2 | |
| N2 | IN8-2 | |
| R1 | 22 kOhm | 0.5 W |
| R2 | 82 kOhm | 0.5 W |
| R3 | 22 kOhm | 0.5 W |
| R4 | 82 kOhm | 0.5 W |
5.2 Stückliste ZM1020
| Partname | Value | Bauform |
| C1 | 100n | |
| C2 | 100n | |
| C3 | 100n | |
| GL1 | | |
| GL2 | | |
| IC1 | 74141N | DIL16 |
| IC2 | 74LS595N | DIL16 |
| IC3 | 74141N | DIL16 |
| JP1 | 1x2 | 2,54mm |
| JP2 | 1x2 | 2,54mm |
| JP3 | 1x5 | 2,54mm |
| JP4 | 1x5 | 2,54mm |
| JP5 | 1x5 | 2,54mm |
| N1 | ZM1020 | |
| N2 | ZM1020 | |
| R1 | 22 kOhm | 0.5 W |
| R2 | 82 kOhm | 0.5 W |
| R3 | 22 kOhm | 0.5 W |
| R4 | 82 kOhm | 0.5 W |
| X1 | Sockel | |
5.3 Stückliste IN12A
| Partname | Value | Bauform |
| C1 | 100n | |
| C2 | 100n | |
| C3 | 100n | |
| GL1 | | |
| GL2 | | |
| IC1 | 74141N | DIL16 |
| IC2 | 74LS595N | DIL16 |
| IC3 | 74141N | DIL16 |
| JP1 | 1x2 | 2,54mm |
| JP2 | 1x2 | 2,54mm |
| JP3 | 1x5 | 2,54mm |
| JP4 | 1x5 | 2,54mm |
| JP5 | 1x5 | 2,54mm |
| N1 | IN-12A | |
| N2 | IN-12A | |
| R1 | 22 kOhm | 0.5 W |
| R2 | 82 kOhm | 0.5 W |
| R3 | 22 kOhm | 0.5 W |
| R4 | 82 kOhm | 0.5 W |
| X1 | Sockel | B13B |
6. Eagle-Dateien
ZM 1020 Board
ZM 1020 Schaltung
IN-8-2 Board
IN-8-2 Schaltung
IN-12 Board
IN-12 Schaltung
Copyright © Hochschule München, FK 04, Prof. Jürgen Plate
Letzte Aktualisierung: 23. Jun 2011